Den Schreibtisch aufräumen – und Platz für den Feierabend schaffen. Eigentlich ist längst Feierabend. Die letzte E-Mail ist beantwortet, das Dokument gespeichert. Du stehst auf, gehst in die Küche und
überlegst, was es zum Abendessen geben könnte. Doch als du später am Schreibtisch vorbeikommst, fällt dein Blick auf den aufgeschlagenen Notizblock.
Ach stimmt. Darum wolltest du dich ja auch noch kümmern.
Und schon bist du mit den Gedanken wieder mitten im Arbeitstag.
Im Homeoffice liegen Arbeit und Freizeit manchmal nur ein paar Schritte auseinander. Das ist bequem und oft ein großes Stück Freiheit. An manchen Tagen fehlt allerdings dieser eine Moment, der sagt: Für heute ist es genug.
Wenn der Heimweg fehlt
Wer nach der Arbeit das Büro verlässt, hat einen Weg vor sich. Vielleicht eine Autofahrt, ein paar Stationen mit der Bahn oder eine Runde mit dem Fahrrad. Zwischen Arbeitsplatz und Haustür passiert etwas ganz Alltägliches: Die Umgebung wechselt.
Zuhause fällt dieser Weg weg. Manchmal wechseln wir lediglich den Stuhl.
Gerade deshalb kann es guttun, dem Arbeitstag einen kleinen Abschluss zu geben. Etwas Einfaches, das auch an einem anstrengenden Dienstag noch machbar ist.
Die Tasse darf schon einmal Feierabend machen
Vielleicht beginnt es mit der Kaffeetasse. Sie hat dich durch den Vormittag begleitet, ist zwischendurch kalt geworden und steht nun neben der Tastatur. Jetzt darf sie zurück in die Küche.
Der Stift kommt in seinen Behälter. Das Smartphone findet seinen Platz. Lose Unterlagen werden zusammengelegt, statt sich weiter über die Tischplatte zu verteilen.
Dafür muss dein Schreibtisch weder leer sein noch aussehen wie auf einem Einrichtungsfoto. Ein Buch darf liegen bleiben. Eine Pflanze sowieso. Es geht darum, eine Fläche zu hinterlassen, an der du morgen gerne wieder Platz nimmst.
Hilfreich sind feste Plätze für die Dinge, die du täglich benutzt. Wenn du abends erst überlegen musst, wohin mit Ladekabel, Notizen und Kopfhörern, wird aus dem kleinen Handgriff schnell die nächste Aufgabe.
Ein Gedanke für morgen
Und was passiert mit all dem, was heute liegen geblieben ist?
Schreib dir vor dem Ausschalten auf, womit du morgen beginnen möchtest. Vielleicht ist es ein Rückruf, eine offene Frage oder ein Angebot, das noch geprüft werden muss.
Ein kurzer Satz reicht.
Du musst die Aufgabe heute nicht mehr lösen. Du hältst lediglich fest, wo es morgen weitergeht. Anschließend kannst du den Notizblock schließen, ohne befürchten zu müssen, dass der Gedanke bis zum nächsten Morgen verloren geht.
Den Arbeitsplatz wirklich verlassen
Dann wird der Bildschirm dunkel.
Vielleicht schiebst du noch den Stuhl an den Tisch oder schaltest die Schreibtischlampe aus. Wenn du ein separates Arbeitszimmer hast, ziehst du die Tür hinter dir zu. Steht dein Schreibtisch im Wohnbereich, kann schon der geschlossene Laptop ein sichtbarer Abschluss sein.
Danach wartet etwas anderes: ein Spaziergang mit dem Hund, das gemeinsame Kochen oder einfach ein paar ruhige Minuten am Fenster.
Natürlich wird das nicht jeden Abend gelingen. Manchmal klingelt das Telefon noch einmal, manchmal bleibt die Tasse eben stehen. Auch das gehört dazu.
Aber vielleicht probierst du es beim nächsten Feierabend aus. Ein paar Dinge zurücklegen, einen Gedanken für morgen notieren und den Laptop schließen.
Und wenn du später am Schreibtisch vorbeigehst, liegt dort einfach dein geschlossener Notizblock.
Für morgen.
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