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Zwischen Kaffeeküche und Lieblingsplatz:

vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit

Kaffeemomente im Homeoffice

Manchmal fehlt gar nicht das Büro. Es fehlt nur dieser eine Moment dazwischen.

Der Weg in die Kaffeeküche. Eine vertraute Stimme, die fragt: „Na, auch erst mal einen Kaffee?“ Das Gespräch, das mit dem Wetter beginnt und irgendwo bei den Wochenendplänen endet. Ein gemeinsames Lachen, bevor jeder mit seiner Tasse wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt.

Es sind unscheinbare Begegnungen. Oft merken wir erst, wie viel sie uns bedeuten, wenn sie im Alltag fehlen.

Wenn die Kaffeeküche plötzlich still ist

Das Homeoffice hat seine schönen Seiten. Kein Arbeitsweg am Morgen, der eigene Schreibtisch, vielleicht der Blick ins Grüne. Wir können manches so gestalten, wie es zu uns passt. Und die Ruhe, die im Büro manchmal fehlt, ist zu Hause einfach da.

Doch an manchen Tagen fühlt sich diese Ruhe anders an.

Dann ist niemand da, dem wir im Vorbeigehen etwas erzählen können. Niemand hebt kurz den Kopf, wenn wir über eine Nachricht schmunzeln. Für einen Austausch braucht es plötzlich einen Anruf oder eine Verabredung. Der beiläufige Kontakt lässt sich schwer planen.

Also stehen wir auf, gehen in die Küche und setzen Wasser auf. Eine Tasse aus dem Schrank, ein vertrauter Handgriff. Nur das Gespräch bleibt aus.

Eine kleine Flucht aus dem Arbeitsalltag

Vielleicht bleiben wir deshalb manchmal einen Augenblick länger in der Küche stehen. Schauen aus dem Fenster, während das Wasser heiß wird. Beobachten jemanden auf dem Gehweg oder bemerken, dass es inzwischen angefangen hat zu regnen.

Für ein paar Minuten geht es um nichts Dringendes.

Der Duft des Kaffees breitet sich aus. Wir nehmen die Tasse in die Hand und suchen uns einen Platz – vielleicht am Fenster, vielleicht dort, wo gerade ein wenig Sonne auf den Tisch fällt.

Die Gedanken dürfen noch bei der Arbeit sein. Sie müssen nur nicht sofort zu einem Ergebnis führen.

Was zu Hause seinen eigenen Platz findet

Eine Kaffeepause allein kann den Plausch mit den Kollegen nicht ersetzen. Manchmal wäre uns Gesellschaft lieber. Das darf auch so bleiben.

Und doch können zu Hause Momente entstehen, die wir mit der Zeit schätzen lernen. Der erste warme Schluck an einem kühlen Morgen. Ein Lied im Hintergrund, das wir lange nicht gehört haben. Die angenehme Gewissheit, gerade einmal nichts sagen zu müssen.

Vielleicht liegt darin etwas Besonderes: Wir müssen die Stille nicht sofort füllen.

An manchen Tagen tut sie gut. An anderen greifen wir zum Telefon und fragen einen Kollegen: „Hast du gerade fünf Minuten? Ich mache mir einen Kaffee.“

Aus einer Gewohnheit wird ein Ritual

Wer Freude an der Zubereitung hat, kann die Pause schon dort beginnen lassen. Bohnen mahlen, Wasser abmessen, langsam aufgießen oder den Brühvorgang im Siphon beobachten. Die Hände haben etwas zu tun, während die Gedanken allmählich Abstand gewinnen.

Dazu eine Tasse, die gut in der Hand liegt. Ein Platz, an dem wir gern sitzen. Mehr muss daraus gar nicht werden.

Mit der Zeit bekommt diese kleine Unterbrechung etwas Vertrautes. Wir freuen uns darauf, weil sie zu unserem Tag gehört.

Und wenn wir anschließend an den Schreibtisch zurückkehren, fehlt vielleicht noch immer das Lachen aus der Kaffeeküche. Aber wir haben auch etwas gefunden, das zu Hause seinen ganz eigenen Platz hat.

Einen stillen Kaffeemoment, den wir gern noch ein wenig verlängert hätten.

 
 
 

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